Meine Mutter ist Köchin auf der Tagesstätte
Zwei der Bayasgalant-Mädchen sehen ihre Mutter immer, wenn sie in der Tagestätte sind. Ihre Mutter ist Teil des Teams, das für den reibungslosen Ablauf in der Tagestätte zuständig ist.
Bereits als das Vorgänger-Projekt von Bayasgalant, Kinderhilfe Mongolei noch ein Kinderheim betrieb, waren die zwei Töchter von Dogi bei uns: „Damals hatte ich nichts ausser einem Mann der trinkt.“ Die junge Mutter war froh zu wissen, dass ihre Kinder im Kinderheim versorgt waren. Als die Umstrukturierungen der Organisation nach einem neuen Team verlangten, versuchten wir, wenn möglich, arbeitslose Mütter im Umfeld der betreuten Kinder anzustellen. Für Dogi ein Glücksfall: „Seit ich hier arbeite, hat sich mein Alltag sehr positiv verändert. Ich habe Geld für meine Kinder und bin Teil eines Teams – es macht Spass hier zu arbeiten. Zudem sehe ich meine Kinder auch während der Arbeit“.
Nach dem Schlaganfall zurück in den Berufsalltag
Früher sei das Leben so viel schwieriger gewesen, erzählt sie. Bei Verwandten hätte man nicht mehr nach Hilfe fragen können, zu oft hätten sie ihr schon unter die Arme gegriffen. Wenn die Bayasgalant SozialarbeiterInnen einmal im Monat vorbeischauten und der Familie das Nötigste da liessen, so hätte man wieder etwas Warmes zu Essen gehabt. Gelegentlich halfen ein paar Jobs hie und da über die Runden. Als Dogi zusätzlich einen Schlaganfall erlitt und überhaupt nicht mehr arbeiten konnte, schien die Situation aussichtslos. Bayasgalant suchte im richtigen Moment nach einer Hilfsköchin: „Als ich erfuhr, dass ich trotz meiner Krankheit hier arbeiten kann, war ich so glücklich“, strahlt sie, denn für ihren Körper wäre eine andere Anstellung, irgendwo in einem Restaurant mit 24h Schichten, schlicht zu anstrengend gewesen. Wenn Dogi ihre Situation von heute mit damals vergleicht, ist sie stolz auf sich, sagt sie und wischt sich eine Träne aus den Augenwinkeln. Dann holt sie schnell frisches Gemüse aus dem Kühlschrank, schliesslich ist schon bald Mittag.