Unsere Näherinnen

Alle Näherinnen sind Mütter von Bayasgalant Kindern. Mit dem Verkauf ihrer Produkte an Bayasgalant können sie auf eigenen Beinen stehen. Für alle von Ihnen überlebenswichtig, sind sie doch alleine für sich und ihre Kinder verantwortlich. Unterstützen Sie sie mit dem Kauf ihrer Produkte.

Alzachgui: Recycling von Milchtüten und Stoffresten

Wenn die Bayasgalant Köchinnen eine Milchtüte leeren, dann fliegt die Verpackung nicht in den Abfall. Die Tüten werden gesammelt und einmal im Monat an Alzachgui übergeben. Diese verarbeitet die Verpackungen in kleine praktische Portemonnaies, welche in der Schweiz regen Absatz finden. Die 37- jährige Alzachgui ist eine Tante von Kindern aus der Tagesstätte und hilft mit dem Verdienst mit, die Familie zu unterstützen.

 

Unabhängig von Bayasgalant näht sie zudem hie und da Deels (traditionelle mongolische Gewänder) auf Bestellung von Bekannten. Die Stoffresten, die dabei übrigbleiben, werden seit neustem ebenfalls verwendet: Alzachgui näht kleine Seidenetuis für Bayasgalant. Durch den Schneiderkurs, den ihr Bayasgalant ermöglichte, kann Alzachgui nun selbständig Preise ausrechnen und ihren Arbeitsaufwand konkret verrechnen.

 

Durch die beiden Einnahmequellen kann Alzachgui auch endlich etwas zum Familienleben beitragen: „Seit ich regelmässig etwas verkaufe, kann ich mithelfen meine Familie zu ernähren und liege nicht meinen älteren Geschwistern auf der Tasche. Darüber bin ich sehr froh.“

 

Dulamjav: Zurück im Berufsalltag

„Als meine zwei Töchter Nyamdulam und Dolgosuren im Teenageralter waren, hatten wir kein Geld, um sie selbst zu versorgen. Sie lebten damals im Asral-And Kinderheim. Sie waren zwar von mir und meinem Mann getrennt, dafür wussten wir, dass sie immer satt zu Bett gingen.“ Heute stehen die Eltern wieder im Berufsleben. Mutter Dulamjav arbeitet sechs Tage in der Woche als Verkäuferin auf einem Markt wo sie Baumaterialien verkauft. Am siebten Tag geht sie ins Atelier, um Stricksachen herzustellen.

 

"Mit vier anderen Frauen miete ich diesen kleinen Raum, die Strickmaschinen haben wir selber gekauft. Die hergestellten Artikel verkaufen wir auf lokalen Märkten. Unsere Geschäftsidee scheint langsam zu rentieren.“, erzählt sie voller Stolz. Zuerst haben die vier Freundinnen nur Socken aus Kamelhaar hergestellt. Dabei mussten sie aber feststellen, dass die kratzigen, braunen Fusswärmer nicht zum erhofften Verkaufsschlager wurden. Jetzt rattern ihre Strickmaschinen fast nur noch mit Schafswolle, dabei entstehen zum Beispiel gestreifte Herrenpullover oder moderne Kapuzen-Jacken für Frauen. Besonders ins Auge fielen den Bayasgalant Mitarbeitern bei der Besichtigung des Ateliers die kuscheligen Schals. Diese werden ab sofort auch im Bayasgalant Shop verkauft, denn wir finden die Eigeninitiative und die Idee der Frauen unterstützenswert.

 

„Ich hoffe, dass ich bis zum Schulabschluss von Dolgosuren in einem Jahr genügend Geld sparen kann, um die Ausbildung meiner
Tochter selber zu finanzieren“, sagt sie und packt die Schals für den Transport in die Schweiz in eine Tüte.

Javlantugs: Danke Mikrokredit zum eigenen Zuhause

Die 13-jährige Enthjin ist in der Schule, als wir ihre Mutter zu Hause besuchen. Der jüngere Bruder sitzt hinter den Hausaufgaben, mehr oder weniger konzentriert. Seine Augen sind zwar aufs Mathematikheft gerichtet, aber die Ohren schweifen immer mal wieder zum Gespräch zwischen seiner Mutter und den Besuchern aus der Schweiz ab: Sie erzählt, dass das Herstellen der Pantoffeln zu Hause ideal für sie ist: „Als alleinerziehende Mutter kann ich mich so trotz Arbeit ohne Probleme um meine Kinder kümmern. Ich kann sie zur Schule begleiten oder ihnen bei

den Hausaufgaben helfen, wann immer sie mich brauchen. Die Näharbeiten erledige ich dann, wenn sie in der Schule sind.“

 

Der Verdienst dieser Arbeit ist das einzige Einkommen, das Javlantugs hat, um sich und ihre drei Kinder über Wasser zu halten. Davon bezahlt sie jeden Monat ihre Rate an den Mikrokredit zurück, welcher ihr durch Bayasgalant gewährt wurde und den Kauf einer eigenen Jurte ermöglichte. Vorher wohnte die Familie, deren Vater dem Wodka verfallen ist und von Javlantugs zum Teufel gejagt wurde, überall und nirgends. Auch dass sie nun nicht mehr auf die Gunst ihrer Verwandten und Bekannten angewiesen ist, zählt für Javlantugs viel: „Ich kann meine Familie selber ernähren und habe uns ein eigenes zu Hause aufgebaut. Ich bin froh, konnte ich Dank der Unterstützung von Bayasgalant diese Schritte machen. Ich will gar nicht mehr daran denken, wie es
vorher war.“

Lamsuren: Das eigene Nähatelier

Die 44-jährige Lamsuren steht stolz in ihrem Atelier. Von der Grösse her wähnt man sich eher in einer Besenkammer. An den Wänden sind Schnittmuster aufgehängt. Auf Kleiderbügeln warten fertige Jacken darauf abgeholt zu werden. In der Ecke steht eine alte Nähmaschine und unter dem Tisch stapelt sich der graue Filzstoff, aus dem die Laptophüllen hergestellt werden.

 

Hier in diesem Atelier nähe sie künftig an unseren Aufträgen, sagt
Lamsuren. Tatsache sei, dass sie die Miete dieses Raumes nur dank unserem regelmässigen Auftrag bezahlen könne. Der Raum direkt an einer Hauptstrasse gelegen, gibt ihr die Möglichkeit auf mehr Aufträge: „Ich habe bereits weitere Bestellungen und träume davon, so viel Arbeit zu haben, dass ich es mir leisten kann, eine weiter Näherin anzustellen.“ Bis es soweit ist, ist sie aber noch auf die Einnahmen aus dem Verkauf der Laptoptaschen angewiesen. Neu entstehen unter der Nähmaschine der vierfachen Mutter auch Ipad-Hüllen. Was ein Ipad ist, weiss sie zwar nicht, aber vielleicht können sich ja ihre Kinder später einmal solche Geräte leisten, sagt sie.