11 Jahre Engagement für die Kinder in Ulaanbaatar

Bayasgalant, Kinderhilfe Mongolei gibt es seit September 2009. Unsere Geschichte begann aber schon früher:  Der Vorgänger-Verein Asral-and wurde 2003 gegründet und führte bis 2008 ein Kinderheim in Ulaanbaatar.


2011 Grundlagen schaffen für Wachstum


2010 Die Etablierung

Die Tagesstätte hat sich in Ulaanbaatar im Verlauf des Jahres zu einem festen Bestandteil des Viertels gemausert. Täglich besuchen rund 50 Kinder die Tagesstätte. Unsere MitarbeiterInnen treffen immer wieder auf neue Familien und Schicksale und versuchen so gut wie möglich weiter zu helfen.

Die Tagesstätte verändert sich über die Monate hinweg: Dem kleinen Haus wird ein Vorbau angefügt, damit eine Dusche und ein Waschraum eingebaut werden können. Von nun an müssen die Kinder nicht mehr ins öffentliche Badehaus. Eine grosse Erleichterung für das Team vor Ort.


Im Sommer folgt ein Spielplatz, den die Kinder mit grosser Freude benutzen. Er wurde vom Schweizer Musiker Myron finanziert.

 

In der Schweiz wird eine Geschäftstelle geschaffen, damit der gesamte Aufwand an Arbeiten für Bayasgalant weiter bewältigt werden kann.


2009 der Neubeginn

Am 5. September hat Asral-and zur ersten und letzten ausserordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Im Restaurant St. Gervais in Biel versammelten sich am Samstagnachmittag rund 30 Personen, um über die Namens- und die daraus folgende Statutenänderung abzustimmen. Einstimmig wurde die Namensänderung von Asral-and, Mongolische Suppenküche, in Bayasgalant, Kinderhilfe Mongolei angenommen. Für unsere Vereinsmitglieder und Spender ändert sich nichts; neu ist einzig der Name.


Die Umbenennung war für die Vorstandsmitglieder die Konsequenz aus den Streitigkeiten mit dem Ex-Projektleiter im Jahre 2007. Mit dem neuen Namen wird endgültig ein Strich unter die Vergangenheit gezogen und der Vorstand engagiert sich mit neuem Elan für die mittellosen Kinder in der Mongolei. Auf eine glückliche Zukunft von Bayasgalant, das mongolische Wort für Glück, wurde nach der Mitgliederversammlung bei einem Apéro angestossen.

 

Endlich war es soweit: Am 4. September 2009 wurde in Ulaanbaatar die neue Tagesstätte eröffnet. Von nun an bieten wir täglich 50 Kindern Betreuung und Nahrung an. Die Kinder stammen aus armen Familien eines Jurtenviertels, in dem rund 52'000 Familien leben, wovon 11'464 als "arme Familien" gelten. Ungefähr die Hälfte der Eltern hat eine Arbeit und verfügt somit über ein regelmässiges, wenn auch geringes Einkommen. Ihnen wird der Arbeitsalltag erleichtert, weil ihre Kinder an einem sicheren Ort wissen. Die Eltern ohne Arbeitstelle werden durch unsere Unterstützung vor allem finanziell entlastet.


2008 Kampf um die Zukunft

Die hässlichen Streitereien ums Haus werden im Mai mit einem Urteil, gefällt von der dritten und letzten Instanz, beendet: Das Haus wird dem mongolischen Exheimleiter zugesprochen, dabei wurde eine Gesetzeslücke ausgenutzt. Wir gehen davon aus, dass auch Korruption eine Rolle spielte. Bereits am nächsten Tag stellt der Ex-Projektleiter alle Asral-and Kinder auf die Strasse. Wir sind entsetzt über diese Situation, können aber nichts tun. Den Kontakt mit den Kindern dürfen wir erst Ende Jahr wieder aufnehmen. Vorher wäre eine Unterstützung der Familien zu riskant: Alles was wir tun, könnte vor Gericht gegen uns verwendet werden. In einem zweiten Gerichtsverfahren geht es nun darum, das ins Haus investierte Geld wieder zurück zu fordern, was uns schlussendlich auch gelingt. Der gesamte Kaufbetrag wird an uns überwiesen. 

 

Ende Jahr erhalten wir die notwendige Bewilligung für die Betreuung der bisherigen Kinder. Wir suchen sie und ihre Familie und sichern ihnen unsere Unterstützung zu. Rund 35 Kinder können ausfindig gemacht werden. Unsere Mitarbeiter besuchen die Familien fortan regelmässig und versorgen sie mit dem Notwendigsten, damit sie sich im kalten Winter über Wasser halten können.

 

Ab Juli 2008 unterstützt Asral-and finanziell das Kinderheim Mana Ger. Dem Heim fehlen vorübergehend die finanziellen Mittel und Asral-and springt ein, um die Gelder auch in der Übergangsphase für mittellose Kinder einzusetzen. Betreffend eines Neustartes ist weiterhin Geduld angesagt: Durch die Verleumdungen werden wir daran gehindert, unseren neuen Verein bei den Behörden zu registrieren. Immer wieder gibt es neue Auflagen, die wir erfüllen müssen.


2007 der Anfang vom Ende

Alle MitarbeiterInnen und Vorstandsmitglieder sind motiviert ins neue Jahr gestartet. Viele Ideen zur Förderung der Kinder stehen im Raum, Ausflüge werden geplant und der Ernährungsplan verbessert. Dank zusätzlichen Angestellten kann die Betreuung optimiert werden. Im Sommer reist Vorstandsmitglied Martina Zürcher für vier Monate in die Mongolei, ursprünglich um weitere Ideen zusammen mit den Mitarbeitern zu verwirklichen. Doch dann eskaliert die Situation: Infolge fehlendem Engagements für die Kinder und ihre Familien entscheidet sich der Vorstand den mongolischen Heimleiter zu entlassen. Dieser akzeptiert die Kündigung nicht, behauptet das Haus gehöre ihm und verleumdet den Schweizer Vorstand in der Mongolei. Mit Gerichtsterminen und dem Kampf ums eigene Haus geht das Jahr zu Ende. Allerdings wurde in der Zwischenzeit eine Nachfolgerin für die Leitung des Hilfswerkes vor Ort gefunden, der Verein neu in unserem Namen registriert und ein Neuanfang in die Wege geleitet.


2006 Umzug ins eigene Haus

Im Frühling erfahren wir, dass unser Mietvertrag über drei Jahre vorzeitig aufgelöst wird und wir bereits wenig später die Räume verlassen müssen. Unter Druck müssen wir eine neue Bleibe für das Kinderheim suchen. Nach langen Überlegungen entscheidet sich Asral-and ein eigenes Haus zu kaufen. Ende April finden wir ein dreistöckiges Backsteinhaus mit Umschwung, welches sich bestens für unsere Zwecke eignet. Ein Hauskauf ist in Ulanbaatar mit vielen Behördengängen verbunden. Ein Vorstandsmitglied, welches mehrere Monate vor Ort ist, klärt und regelt zusammen mit den mongolischen Angestellten, einer Anwältin und dem Schweizer Konsul den Kauf sowie den Umzug. Durch einen buddhistischen Mönch wird der 22. Mai als ideales Umzugsdatum bestimmt. Freudig ziehen die Kinder und Angestellten ins kinderfreundlich eingerichtete Haus: Comicsfiguren werden an die Wände gezeichnet, Plüschtiere auf die Betten gelegt, im Treppenhaus können die Kinder Zeichnungen anbringen, die WC's werden verkleinert und gefährliche Stromleitungen ausgebessert. Ende Jahr kann Asral-and im neuen Haus ein grosses Weihnachtsfest feiern. Zum ersten Mal haben auch alle Eltern Platz zum Mitfeiern.


2005 Wachstumsphase

Im Kinderheim werden Fenster und Heizungen erneuert, somit wird das Heim für die Kinder und Mitarbeiter von Asral-and noch etwas angenehmer. Die Eltern beteiligen sich durch die Herstellung von Filzpantoffeln, welche in der Schweiz verkauft werden, an der Finanzierung des Heimes, gleichzeitig erhalten sie Arbeit und Lohn. Der auf die Mongolei spezialisierte Fotograf Andreas Hutter reist mit seiner Diashow "Auf den Spuren der Nomaden" kreuz und quer durch die Schweiz. Er zeigt auch Bilder von unserem Kinderheim und erzählt einem grossen Publikum von der Arbeit von Asral-and. Wir begleiten Andreas Hutter auf seiner Tour, können Interessierte über uns Projekt informieren und die von Hand hergestellten Filzpantoffeln verkaufen. Unser Verein wird dank Andreas Hutter schweizweit bekannt.


2004 von der Tagestätte zum Kinderheim

Nach der Gründung fliessen schnell die ersten Gelder und bereits ab Januar 2004 kann Asral-and ein Tageszentrum für bedürftige Kinder eröffnen. Zwischen 40 und 50 Kinder werden täglich ernährt und unterrichtet. Mitte Jahr zieht unsere Tagesstätte in grössere Räumlichkeiten um. Nach einigen Renovationsarbeiten und Spenden von Betten und Matratzen durch Globotrek ist es möglich, den Kindern auch nachts eine Bleibe zu bieten. Im Dezember 2004 wird aus der Suppenküche ein Kinderheim. Im Heim wohnen vorwiegend Kinder, deren Familien so mittellos sind, dass sie selbst den Kindern kein richtiges zu Hause bieten können und auf Unterstützung dringend angewiesen sind. 30 Kinder leben immer im Heim, die restlichen 20 gehen abends nach Hause und kehren am morgen, wenn die Eltern zur Arbeit gehen, wieder zu uns zurück.


2003 Die Gründung

Nach einer ersten Reise in die Mongolei bleiben bei uns starke Eindrücke zurück. Von einem weiten Land mit überwältigender Natur und herzlichen Menschen. Es bleibt aber auch der Eindruck der Strassenkinder in Ulanbaatar. Wieder zu Hause angekommen, beschliessen vier Reiseteilnehmerinnen einen Verein zu gründen, um den Strassenkindern zu helfen. Am 4. Oktober 2003 wird der Verein Asral-and, mongolisch für "Freund der Schutzbedürftigen", gegründet. Unterdessen sucht unser ehemaliger Projektleiter in Ulanbaatar nach einem Raum für eine Suppenküche und organisiert die nötigen Papiere.