Portfolia Nähatelier

An der Zukunft nähen

Das Portfolio Nähatelier zur Stärkung von Frauen startete im Oktober 2018.

Es schafft Arbeitsplätze für Mütter und soll zum ersten Business-Standbein von Bayasgalant Mongolei werden. 

 

Die Portfolia GmbH stellt jedes Jahr 8% des Jahresumsatzes für ein Frauen-Projekt zur Verfügung. Ab August 2018 wurde dank der Spende von Portfolia GmbH der Aufbau eines Nähateliers in der Mongolei ermöglicht, welches fünf jungen Frauen eine Zukunftsperspektive gibt. Da viele Frauen in den Jurtenvierteln keine Arbeit haben, oft alleinerziehend sind und kaum ihre Kinder ernähren können, bietet das Nähen, in der Mongolei ein altes Traditionshandwerk, ein Weg zurück in die Arbeitswelt und in die finanzielle Unabhängigkeit. Dank dem Engagement der Geschäftsführerin von Portfolia GmbH, Elsbeth Kirchhofer, war es Bayasgalant möglich im August 2018 mit dem Aufbau eines Nähateliers für Frauen zu beginnen.  

 

Der Anfang 

Zuerst suchte Zaya Okhinoo, die Projektleiterin von Bayasgalant, Kinderhilfe Mongolei sowohl interessierte Frauen, wie auch einen geeigneten Raum. In der ausgebildeten Schneiderin Girlee Ulzynyam fand sie schliesslich die ideale Leiterin des Ateliers. Girlee war als Mädchen selbst von Bayasgalant, Kinderhilfe Mongolei betreut worden und hatte dank der Hilfsorganisation eine Ausbildung zur Schneiderin absolvieren können. Bis letzten Sommer hat sie in einem Nähatelier als Angestellte gearbeitet und freute sich sehr die verantwortungsvolle Leitung des Nähateliers zu übernehmen. Girlee hat gute Arbeitserfahrung, viele Ideen und stammt selbst aus einer Familie, die sich ihren Weg durch die Armut kämpft. Sie ist sehr stolz darauf, dass sie mit der Leitung des Ateliers etwas an Bayasgalant zurückgeben kann uns gleichzeitig die Chance erhält, sich beruflich weiterzuentwickeln.

 

Eine Ausbildung für die Zukunft

Im Oktober 2018 nahmen unter der Leitung von Girlee vier Frauen die Arbeit als Näherinnen auf. Die ersten sechs Monate konzentrierte sich die Schneiderin darauf, den Frauen Basiswissen zu vermitteln, um dann Ende März 2019 zu entscheiden, wer sich für die Weiterarbeit im Nähatelier eignet und wer sich mit der Nähmaschine nicht so geschickt angestellt hat. Girlee lehrte den Frauen Arbeitsabläufe zu planen, zeigte ihnen wie man Schnittmuster exakt zuschneidet, wie geheftet wird, wie die Nähmaschinen funktionieren und wann welcher Stich angewendet wird. Da zu Beginn nur eine der vier Angestellten den Umgang mit der Nähmaschine kannte, war die Lernkurve bei den anderen steil und die Herausforderung für Girlee von Anfang an gross.

Nach einiger Zeit wurden die Frauen selbstbewusster und sie getrauten sich heute selbständig mit verschieden Farben und Stoffen zu experimentieren. Sie lernten in den ersten Monaten einfache Seidenstoffbeutel sowie Bleistift- und Kosmetikrollen herzustellen, die seit November 2018 auch im Onlineshop von Bayasgalant, Kinderhilfe Mongolei verkauft werden. 

Es motivierte die Frauen sehr, zu sehen, dass ihre Arbeit geschätzt und ihre genähten Produkte verkauft werden. Von Oktober 2018 bis Ende März 2019 haben sie fast 400 Bleistiftrollen sowie 500 Seidenbeutel in den unterschiedlichsten Farben genäht. 

 

Im Februar 2019 bekam eine der Näherinnen, die seit einem schwerwiegenden Unfall zwei Beinprothesen hat, gesundheitliche Probleme. Sie konnte nicht so lange hinter der Nähmaschine sitze, alles schmerzte und so verlor sie die Freude und das Engagement fürs Nähen. Gemeinsam mit Girlee entschied sie, dass sie im Nähatelier aufhört und in Zukunft das erworbene Wissen bei sich zu Hause anwendet. So kann sie nähen, so lange es ihr gesundheitlicher Zustand ermöglicht. Anfang März 2019 wurde eine neue Mitarbeiterin angestellt, die bereits kleine Vorkenntnisse mitbrachte und sich riesig freut, jetzt Teil des Näh-Teams zu sein und sie so künftig einen Lohn hat, mit dem sie ihre sechs Kinder ernähren kann.

Ihre Geschichte kann im Bayasgalant Blog nachgelesen werden.

 

Wirtschaftlich(er) werden 

Nachdem sich Girlee im ersten halben Jahr vor allem auf die Grundausbildung der Mitarbeiterinnen fokussierte, geht es nun ab April 2019 darum, das Nähatelier im Jurtenviertel bekannter zu machen, neue Produkte zu entwickeln. Es entstanden Flyer, die auf das Atelier aufmerksam machen und bald soll eine Facebookseite folgen. Im Atelier können jederzeit Umänderungsarbeiten, Flickarbeiten aber auch Bestellungen von Kleidern (vor allem Deels, die traditionellen mongolischen Gewänder für Frauen und Männer) in Auftrag gegeben werden. Da in Ulaanbaatar Plastiktüten seit neustem verboten sind, werden aktuell farbige Taschen genäht, die vor allem in der Mongolei verkauft werden sollen. Selbstverständlich läuft auch die Ausbildung der Frauen im nächsten halben Jahr weiter.  

 

Wir danken dem Portfolia-Fonds herzlich für die grosszügige Unterstützung unserer Arbeit. 

Bilder von Lisa Fischer & Tulga Rommels

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